Energiemanagement

Energiemanagement

Neben dem günstigen Energieeinkauf sollten alle Handwerksbäckereien weitere Punkte in Sachen “Energie” im Auge behalten. So muss jährlich geprüft und ggf. beantragt werden, welche Strom- und Energiesteuern zurückgefordert werden können.

Die Energieberatung ist ein weiteres wichtiges Instrument, um in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durch qualifizierte und unabhängige Beratung Informationsdefizite abzubauen, Energiesparpotenziale im eigenen Unternehmen zu erkennen und Energieeinsparungen zu realisieren.

Energie-/Stromsteuer-
rückerstattung

Energieberatung
Mittelstand

Energiemanagement-
systeme

Betriebe des Bäckerhandwerks können einen Anspruch auf Rückerstattung der Strom- und Energiesteuer nach § 9b StromStG und § 54 EnergieStG geltend machen. Alle Anträge sind jeweils bis 31.12. des laufenden Jahres für das vorangegangene Jahr beim zuständigen Hauptzollamt auf amtlich vorgeschriebenen Vordrucken zu stellen. Das zuständige Hauptzollamt richtet sich dabei nach dem Geschäfts- oder Wohnsitz des Antragstellers.

Unter Antragsjahr versteht das Gesetz das Jahr, für das ein Antrag gestellt wird (Beispiel: Für das Antragsjahr 2015 muss der Antrag bis zum 31.12.2016 gestellt werden).

Entlastung Stromsteuer

In jedem Jahr kann ein Erstattungsantrag gestellt werden. Der zu überschreitende Sockelbetrag liegt bei 250 €. Für alle den Sockelbetrag übersteigenden Stromverbräuche wird eine Erstattung von 5,13 € je 1.000 kWh gewährt.

Entlastung Energiesteuer

Diese Entlastung wird auf Verbräuche von Heizöl, Erd- und Flüssiggas gewährt. Hier beträgt der zu überschreitende Sockelbetrag ebenfalls 250 €.

Die Entlastungsbeträge:

  • Heizöl: 15,34 € je 1000 l
  • Erdgas: 1,380 € je 1.000 kWh
  • Flüssiggas: 15,15 € je 1.000 kg
Strom- und Energiesteuer in Sonderfällen (Spitzenausgleich)

Diese Erstattung gilt für alle Energieträger, also Strom, Erd- und Flüssiggas sowie Heizöl. Hier wird die gezahlte Steuer gegen die Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge von 1998 gerechnet. Maßgeblich hierfür sind die von Januar bis Dezember des Antragsjahres gezahlten Beiträge des Arbeitgebers. Die Sockelbeträge liegen bei 1.000 € für Strom, bei 750 € für die anderen Energieträger.

Hinweis: Dieser Antrag ist seit dem Antragsjahr 2013 von der Vorlage eines Testates abhängig, welches die Einführung eines Energiemanagements bescheinigt. Dieses Formular ist von einem akkreditierten Zertifizierer auszustellen und dem Hauptzollamt bei Antragstellung vorzulegen.

Die Energieberatung soll wirtschaftlich sinnvolle Energieeffizienzpotenziale sowohl in den Bereichen Gebäude und Anlagen als auch beim Nutzerverhalten aufzeigen. Ziel ist es daher, die Anzahl der durchgeführten Energieberatungen in KMU weiter voran zu bringen und damit vorhandene Energieeinsparpotenziale zu heben. Darüber hinaus soll die Umsetzung der aufgedeckten Einsparpotenziale bis hin zur Inbetriebnahme von Maßnahmen durch Energieberater begleitet werden, um die Umsetzungsquote weiter zu erhöhen. Durch sparsame Energieverwendung in Unternehmen kann ein wesentlicher Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland und zum Klimaschutz geleistet werden.

Art und Höhe der Förderung

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten über 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 % der förderfähigen Beratungskosten einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 8.000 Euro.

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von maximal 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 % der förderfähigen Beratungskosten einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 1.200 Euro.

Antragsberechtigt sind

kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und des sonstigen Dienstleistungsgewerbes sowie Angehörige der Freien Berufe mit Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland, die

weniger als 250 Personen beschäftigen und
einen Jahresumsatz von nicht mehr als 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von nicht mehr als 43 Millionen Euro haben.

Antragsstellung

Der Antrag ist vor Vorhabenbeginn, das heißt vor Abschluss eines Liefer- und Leistungsvertrags mit dem Energieberater zu stellen.

Die Antragstellung ist ausschließlich über das hierfür beim BAFA eingerichtete Online-Antragsformular möglich. Dem ausgefüllten Antragsformular muss ein Kostenvoranschlag des Energieberaters beigefügt werden. Aus dem Kostenvoranschlag muss die Höhe des geplanten Beraterhonorars klar hervor gehen.

Das BAFA bewilligt die Förderung durch Erteilung eines sogenannten Zuwendungsbescheides.

Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides hat der Antragsteller elf Monate Zeit, die Beratung durchzuführen (Bewilligungszeitraum). In diesem Zeitraum muss auch der Abschlussbericht fertiggestellt sein. Anschließend, aber spätestens innerhalb von einem Monat nach Ablauf des Bewilligungszeitraums, ist der Verwendungsnachweis zu erstellen und dem BAFA vollständig per elektronischem Formular vorzulegen. Der Verwendungsnachweis muss enthalten:

  • Die Verwendungsnachweiserklärung
  • Eine Kopie der durch den Energieberater oder seinen Arbeitgeber auf den Namen des beratenen Unternehmens ausgestellten Rechnung, die den Anforderungen nach § 14 UStG entspricht
  • Ein Beratungsbericht, der den Anforderungen nach Nr. 4.3 entspricht
  • Bei einer Umsetzungsbegleitung ist ein Tätigkeitsbericht, der den Anforderungen nach Nr. 4.3 entspricht, einzureichen

Warum ein Energiemanagementsystem sinnvoll ist:

  • Energiediagnostik zur Steigerung der Energieeffizienz
  • Geeignete Kennzahlen für die Effizienzkontrolle
  • Benchmarking von Energiedaten und Ableiten von Maßnahmen
  • Identifizieren von Einsparpotenzialen
  • Energieeffizienz als globaler Wettbewerbsvorteil
  • Erfolgreiche Optmierungsstrategien

Große Unternehmen, die nicht mehr unter die Definition eines KMU fallen, haben die Möglichkeit für die Nachweisführung zwischen einem Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder einem Umweltmanagementsystem nach EMAS zu wählen. KMU‘s können dabei auch auf alternative Systeme zurückgreifen.